Review: WWE 2K22: Rückkehr des Champs?

Review: WWE 2K22: Rückkehr des Champs?

Die Wrestlingszene ist mit dem Erscheinen der AEW so spannend wie seit Jahren nicht mehr. Die WWE hat ernst zu nehmende Konkurrenz bekommen und die Fans kommen wieder auf ihre Kosten. Es macht wieder Spaß, ein Wrestlingfan zu sein und in dem Sinne muss auch wieder ein gutes Wrestling-Game her, welches anders als WWE 2K20 nach zweieinhalb Jahren wieder die Erwartungen erfüllt. Ob WWE 2K22 das schafft, klären wir in dieser Review.

It’s time to play the game

Technisch wurde einiges gemacht seit dem WWE 2K20 Debakel. Die Kämpfer*innen sehen besser aus als in den Vorgängern und bis auf wenige Ausnahmen (Alexa Bliss *hust* ) erkennt man sehr gut, wer da vor einem steht. Die Animation der Haare ist immer noch grausig und manche KI Aussetzer machten so manches Match schwerer, als es hätte sein müssen. Ich erinner mich da an ein Match in dem der Referee nicht zurück in den Käfig gefunden hat und ich keinen Pin durchsetzen konnte. Solche Aussetzer gab es ab und an waren aber nicht die Regel.

Die Steuerung wurde sehr gut überarbeitet. Keine WWE 2K20- Frustmomente mehr, weil man nicht zum kontern kommt und 10 Minuten verprügelt wird und dann verliert. Es gibt genügend und gute Möglichkeiten zum blocken bzw. kontern der Angriffe. Ob Signature, Finisher oder ein Griff am Apron, alles lässt sich mit etwas Geschick kontern. Meine kleine Tochter war nach einem Match üben in der Lage, mich mit einer Powerbomb vom „Hell in the Cell“- Käfig durch den Kommentatorentisch zu befördern. Diese leichte Erlernbarkeit macht WWE 2K22 zu einem super Multiplayergame, in dem jeder schnell einsteigen kann.

Viking, Astronaut, Metal-God, Spider-Man? Was ist dein Gimmick und wo willst du kämpfen?

Der gewohnt umfangreiche Customizing- und Kreativbereich bietet alles, was das Herz begehrt. Charakter, Move, Sets, Einzug, Arena, Plates für den Gürtel, die Gürtel selbst, Videos und einiges mehr lassen sich leicht bearbeiten und erstellen. Face oder Hell, Manager oder Superstar, alles ist möglich. Manche Kleidungstücke glitchen durch andere und Haare sehen stellenweise bizarr aus. Im Onlinebereich lassen sich erstellte Inhalte von anderen Spielern runterladen. So stehen auch Matches zwischen Spongebob, Spider-Man, Jason Voorhees und Homer Simpson nichts im Weg.

Erstellte Inhalte lassen sich dann in den Multiplayermatches oder auch im klassischen Universums Modus nutzen. So kämpft ihr euch dann perfekt gestylt durch Table, Ladder, Iron Man, Last Man Standing, Hell in the Cell, Cage, und Tag Team Matches. Wer es wilder mag, kann sich am Money in the Bank oder dem 30 Mann Royal Rumble versuchen. Matcharten wie Casket, Buried Alive, Hardcore oder Elimination Chamber habe ich beim testen vermisst, obwohl es sie in den Vorgängern auch schon gab. Der Backstage Brawl hat mir auch nicht gefallen. Zwei Bereiche und nicht wirklich Interaktionsmöglichkeiten. Das gab es vorher auch schon mal besser.

Videoquelle|Youtube: WWE 2K

Was wollt ihr spielen?

Zu tun gibt es diesmal einiges. Im MyRise Modus, der aktuelle Storymode, spielt ihr eure eigene Geschichte und arbeitet vom Performance Center bis zum NXT, Smackdown bzw. RAW signing die wichtigsten Stationen ab. Spannend ist das eher weniger, da die Geschichte primär über Tweets und Mail klicken vorangetrieben wird. Auch hier gilt: Es ist solide und nicht vergleichbar mit dem schrecklichen Storymodus aus WWE 2K20. Fazit zum MyRise: Kann man spielen, muss man aber nicht.

Besser gefiel mir der MyFaction Modus. MyFaction ist so etwas wie das WWE Pendant zum FIFA Ultimate Team. Trotz einer Ausrichtung auf Mikrotransaktion macht MyFaction richtig Spaß. Mit dem eigenen Team, bestehend aus gesammelten Karten von Wrestler*innen, Logos, Manager usw. arbeitet man sich durch Turniere und wöchentlichen Herausforderungstürmen. Ohne Mikrotransaktion dauert es etwas, um an neue Karten zu kommen, aber es geht auch ohne Geld auszugeben.

Im Universum Mode könnt ihr die wöchentlichen Shows selber miterleben und spielen. Unterteilt in NXT, RAW und Smackdown wird sich durch die wöchentlichen Shows bis zu den Pay Per Views gekämpft. Entweder mit einem der Superstars oder im klassischen Universumsmodus auch mit erstellten Kämpfer*innen. Das ist mit MyFaction der von mir am meisten gespielte Modus, der auch noch eine ganze Weile interessant bleiben wird. Rivalitäten starten, Tag Teams bilden oder einfach Jagd auf einen Gürtel machen kann sehr motivierend sein.

Das Highlight für Wrestlingfans dürfte der Showcase Modus um Rey Mysterio sein. Hier spielten wir toll präsentierte Meilensteine in Reys Karriere nach. Wobei hier ganz klar die Inszenierung punktet. Rey erzählt in Video und Cutscenes seine Sicht auf die Matches nach. Besonders in den frühen Matches gegen Eddie Guerrero macht sich Gänsehaut breit und versetzt einen in die guten alte Tage zurück. In den Showcase-Matches werden bestimmte Moves abgearbeitet, die dann bei Gelingen in tolle Übergänge zu den Originalaufnahmen der Matches einleiten. Sehr schön und gut umgesetzt. Viva la raza.

Der GM Modus ist auch nach langer Zeit wieder zurück. Hier dürfen wird die Matchcards planen. Von den Arenen zur Ausstattung über Rivalitäten und Werbemittel gibt es hier einiges zu tun. Immer den Blick auf die Konkurrenzshow, um mehr Fans und Einnahmen zu generieren. Ein schöne Abwechslung zu den anderen Modi.

Fazit

Ist WWE 2K22 besser als der Vorgänger WWE 2K20? Ja, klar ist er das, und das um längen! WWE 2K22 ist gut, aber es kann noch viel besser sein. Die einzelnen Modi machen alle spaß, bieten aber noch eine Menge Potenzial. Speziell im MyRise Modus kann man noch eine Schippe zu legen. Das Spiel ist so viel besser als sein Vorgänger, aber die ganze Zeit denkt man sich: Das ist gut, aber da geht noch mehr. Mehr Inszenierungen im Story- und Universum-Modus. Mehr Möglichkeiten im GM-Modus. Mehr von FUT bei MyFaction. Technisch ist es so viel besser geworden, als ich es erwartet habe und es macht wirklich spaß. Ich werde es noch eine ganze Weile weiter spielen.

Pro und Kontra

Kontra

-Merkwürdige teils nervige, teils lustige Glitches
-KI Aussetzer vom feinsten
-Manche Wrestler sehen gruselig aus. (Ernsthaft was habt ihr mit Alexa Bliss gemacht?)

Pro

-Sehr gute überarbeitete Steuerung
-Kontern funktioniert!
-Großer Umfang
-Tolle Customizingmöglichkeiten
-Sehr hoher Wiederspielfaktor
-Viel freischaltbares