ES Kapitel 2 – Review

ES Kapitel 2 – Review

13. September 2019 0 Von Lucienne

Nach dem erfolgreichen Horrorfilm ES Kapitel 1 aus dem Jahr 2017, kehrt Pennywise in ES Kapitel 2 wieder zurück in die Kinos.

Quelle: Warner Bros. UK

Alles begann vor 27 Jahren, als der “Club der Verlierer” das erste Mal in Derry auf Pennywise traf und sich ihm gegenüberstellen musste. Die Club-Mitglieder Billy, Beverly, Ben, Eddy, Richie, Mike und Stanley nehmen es mit einer mysteriösen und monströsen Kreatur auf und werden dabei von ihren schlimmsten Alpträumen heimgesucht.

Gegen Ende hin schienen sie Pennywise besiegt und aus der Kleinstadt Derry verbannt zu haben, jedoch zeigte sich das Gegenteil 27 Jahre später. Pennywise kehrt zurück und wieder kommt es zum Verschwinden von Kindern.

Doch um die Kreatur aufhalten zu können, muss der wiedervereinigte Club der Verlierer sich erst einmal an die Vergangenheit erinnern, bevor sie sich der Gegenwart stellen. Denn wie es scheint, löst das Verlassen aus Derry, ein Schwinden der Erinnerungen an die Ereignisse im Kindesalter aus.

Ist die Struktur anders im Vergleich zu Kapitel 1?

Nein, leider nicht! Auch hier wird der gleich rote Faden wie im ersten Kapitel verwendet.

Der Film beginnt mit einer Reihe von Vorfällen, gefolgt vom Zusammenfinden des Verliererclubs. Daraufhin absolviert jeder ein Einzelabenteuer, welche zum Schluss in ein Gruppenabenteuer übergeht.

Ich finde, dass dadurch die Spannung zwischendurch fehlt, da mir die Handlung von Kapitel 1 noch im Kopf hängen geblieben ist. Das hat wiederum zur Folge, dass mir diese “Ich kann mir schon vorstellen, was als Nächstes kommt”- Gedanken im Kopf schwirren.

Gruselig, gruseliger, am Gruseligsten?

ES Kapitel 2 hat, wie im ersten Kapitel, den düsteren 80er Jahre Flair beibehalten.

Das war aber auch der einzige positive Aspekt zum Gruselfaktor. Denn dieses Mal wurde der Fokus auf die Monster gelegt. Sie sollten durch ihre Größe furchteinflößender wirken. Dadurch kamen die kreativen, kleineren Gruseleffekte viel zu kurz – was ich persönlich sehr schade finde!

Die Ballons stellen besonders im ersten Kapitel die Symbolik der Bedrohlichkeit dar. Sobald ein roter Luftballon auftauchte, kam dieser “oh oh”- Gänsehautmoment. Man wusste, dass jeden Augenblick etwas passieren könnte…

Diese Momente habe ich im zweiten Kapitel an einer Hand abzählen können. Zum Teil wurden die Szenen mit den Monster ein wenig ins Lächerliche gezogen. Würdet ihr euch gruseln, wenn eine Person von einem Zombie ähnlichen Monster angegriffen wird? Ja, bestimmt. Aber würdet ihr das auch gruselig finden, wenn das Monster versucht diese Person mit einer gefühlt 20cm langen Zunge durchs Gesicht zu gehen, während ihr im Hintergrund eine Musik hören könnt, die gute Laune verbreiten soll?

Oft kam es zu Situationen, bei denen man schmunzeln oder lachen musste. Ein Ticken zu viel, wie ich finde, denn dadurch sank der Gruselfaktor enorm. Zu Anfang waren diese zwar super zur Auflockerung der Angst bzw. Anspannung, jedoch gegen Ende hin wurde einem die gruselige Stimmung genommen.

Vergangenheit – Gegenwart

Bei den meisten Charakteren aus Kapitel 2 wurden sämtliche Eigenschaften und Züge aus der Vergangenheit übernommen.

Als Beispiel, Richie Tozier (gespielt von Bill Hader) hat auch in Kapitel 2 seinen Humor nicht verloren und verfolgt eine Kariere als Comedian.

Eddi Kaspbrak z.B. (gespielt von James Ransone) wurde im Kindesalter immer wieder von seiner Mutter zurückgehalten, bevor er sich dagegen wehrte und sich behaupten konnte. Im Erwachsenenalter widerfährt ihm genau das Gleiche mit seiner besorgten Ehefrau, die ihm mehr Regeln als Freiheiten bietet.

In Kapitel 2 wurden viele Situationen in der Kindheit durch Rückblenden gezeigt, die in Kapitel 1 gar nicht auftauchten. So wurden neue Informationen und Hintergrundwissen der einzelnen Charaktere aus der Kindheit preisgegeben.

Effekte too much?

Die Horrorsequenzen in ES Kapitel 2 liefen immer gleich ab. Alles fängt mit einem düsteren Ort an, gefolgt von veränderter Musik (hektischen Geigenspielern). Spätestens nach dem immer wiederkehrenden Schema wird einem auf Dauer bewusst, wann genau die Jump-Scares stattfinden.

Fazit:

Der Film hat eine stolze Gesamtlänge von 169 Minuten, die sich gegen Ende hin nur noch ziehen. Durch die an manchen Stellen falsch gesetzten Witze kam der Horrorfaktor etwas zu kurz.

Nichts desto trotz bietet der Film einige Gänsehautmomente und die düstere Atmosphäre wie im ersten Kapitel.

Die Übergänge von einer Bildsequenz aus der Vergangenheit in die der Gegenwart wurden mehrfach sehr kreativ gestaltet. Zudem erfährt man durch Kapitel 2 ein wenig Hintergrundwissen, nämlich, wie ES auf die Welt kam…

7/10